Das Saisonfinale in Hockenheim markierte für mich gleich mehrere Abschiede: das letzte Qualifying der Saison und gleichzeitig das letzte Qualifying im alten Auto ohne ABS. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, das volle Limit beim Bremsen ohne ABS erst am Sonntag nach der Zielflagge auszureizen – leider kam es schon im ersten Qualifying dazu.
Nach Platz 19 im ersten Qualifying-Segment aus einem Feld von über 30 Fahrern war ich auf einer richtig starken Runde unterwegs und habe mich klar in den Top 15 gesehen. In Runde zwei habe ich beim Pushen allerdings einen massiven Flatspot eingefangen – so stark, dass der Reifen fast bis auf die Karkasse runter war. Damit musste ich das Qualifying zu Ende fahren, was letztlich Startplatz 28 für das erste Rennen bedeutete.
Auch das zweite Qualifying verlief extrem unglücklich. In der ersten schnellen Runde hatte ich Sören Spreng vor mir, der sich mehrfach verbremste und mich schließlich vorbeiließ. Direkt danach machte mein Teamkollege einen Fehler, wodurch auch diese Runde zerstört war. Am Ende blieb nur eine einzige freie Runde – Ergebnis: Startplatz 24. Natürlich hatte ich mir nach dem freien Training mehr erhofft, aber wir hatten im Saisonverlauf oft genug gezeigt, dass wir uns nach vorne kämpfen können. Die Marschroute war klar: voller Angriff im Rennen.
Das erste Rennen wurde genau das. Von Platz 28 aus ging es bis auf Rang 19 nach vorne. Vor mir lagen drei Gaststarter, was in der Karrierekampfwertung Platz 16 bedeutete. Mit dem Rennspeed war ich extrem zufrieden – ich konnte über die komplette Distanz das Tempo der Top 12 mitgehen. Umso überraschender kam im Nachgang eine Fünf-Sekunden-Strafe wegen Track Limits. Ohne vorherige Warnung, obwohl ich Kurve 1 bewusst sauber gefahren bin. Das war schwer nachzuvollziehen, änderte aber nichts am positiven Gefühl: Der Speed war da, die Entwicklung stimmte.
Das zweite Rennen am Sonntag stand dann unter völlig anderen Vorzeichen. Nach der Strafe vom Vortag ging es vom letzten Startplatz los. Kurz vor dem Start setzte Regen ein, es herrschten schwierige Sicht- und Gripverhältnisse. Vom Ende des Feldes aus war es extrem schwer, Temperatur und Haftung in die Reifen zu bekommen. In diesen Bedingungen habe ich mich bewusst entschieden, kein unnötiges Risiko mehr einzugehen. Ein weiterer großer Schaden zum Saisonabschluss war keine Option.
Unter dem Strich bleibt ein positives Fazit: Das Samstagsrennen hat gezeigt, welches Potenzial und welcher Rennspeed vorhanden sind. Die Saison endet mit wichtigen Erkenntnissen, einer klaren Entwicklung und viel Motivation. Ich bin zufrieden mit dem, was wir uns erarbeitet haben, werde meine Schlüsse aus dem Jahr ziehen und 2026 stärker zurückkommen.
Vielen Dank an alle, die mich über die gesamte Saison hinweg unterstützt haben – das bedeutet mir extrem viel.