Der Norisring ist jedes Jahr aufs Neue eine traumhafte Kulisse. Die Strecke ist sensationell zu fahren – mit extrem vielen Bodenwellen, fast so, als würde man mit 200 km/h über die Stauffenbergallee fliegen. Genau das macht diesen Stadtkurs aber auch so anspruchsvoll und das Qualifying entsprechend tricky.

Im ersten Qualifying hatte ich vor allem auf der Hinterachse kaum Grip. Unter diesen Bedingungen war leider nicht mehr als Startplatz 26 möglich – auch bedingt durch das neue Quali-Format. Mir war aber sofort klar, dass das nicht unser wahres Leistungsniveau widerspiegelt. Gemeinsam mit meinem Ingenieur haben wir das Auto gezielt angepasst, und das hat sich ausgezahlt: Im zweiten Qualifying konnte ich mich deutlich steigern und Platz 17 sichern. Der Rückstand nach vorne lag nur im Tausendstelbereich – damit war klar, dass an diesem Wochenende Punkte möglich sind.

Das erste Rennen am Samstag verlief dann etwas unspektakulärer als erwartet. Vom Start weg habe ich versucht, das Chaos zu managen, Kollisionen auszuweichen und einen sauberen Rhythmus zu finden. Das ist mir gut gelungen. Ich konnte im Rennen attackieren, aber das Feld war extrem eng: Alle Fahrer bewegten sich innerhalb einer halben Sekunde, was das Überholen sehr schwierig gemacht hat. Am Ende ging es von Platz 26 auf Rang 21 nach vorne. Viel mehr war unter diesen Umständen nicht drin, aber die Basis für den Sonntag war gelegt.

Am Sonntag wusste ich: Von Startplatz 17 ist einiges möglich. Die Bedingungen waren extrem – es war brutal heiß im Auto. Wir Fahrer haben in der halben Stunde Rennzeit fast ein Kilogramm Körpergewicht verloren. Trotzdem macht diese Strecke einfach unglaublich viel Spaß.

Nach den ersten beiden Runden lag ich zunächst auf Platz 20. Mein Ingenieur hatte mir vor dem Rennen gesagt: Egal, was in Runde eins und zwei passiert – wir haben 37 Runden Zeit, uns zurückzukämpfen. Genau das habe ich mir zu Herzen genommen. Ich habe absolut alles rausgehauen. Der Speed war überragend, ich konnte mehrere Positionen gutmachen und auch Überholmanöver ohne großes Zögern setzen.

Am Ende überquerte ich die Ziellinie auf Platz 15 und holte damit wichtige Punkte im Porsche Carrera Cup Deutschland. Platz 14 wäre definitiv noch drin gewesen – ich habe den Vordermann mehrfach unter Druck gesetzt und sogar angeschoben, aber ein Vorbeikommen war nicht mehr möglich. Das hebe ich mir für eines der nächsten Rennen auf.

Unterm Strich bin ich extrem glücklich. Back-to-back-Punkte auf dem Norisring, eine starke Rennpace und das Gefühl, genau dort zu sein, wo wir hingehören. Jetzt freue ich mich umso mehr auf den Nürburgring – mit dem klaren Ziel, genau da weiterzumachen.

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