Der Nürburgring war ohne Zweifel eines der härtesten Rennwochenenden meiner bisherigen Saison im Porsche Carrera Cup Deutschland. Schon im ersten Rennen war klar: Das wird kein einfacher Tag.
Ich hatte massive Setup-Probleme, und jede einzelne Runde war ein absoluter Kampf. Das Auto begann extrem stark über die Vorderachse zu schieben, ich kam kaum richtig in die Kurvenscheitel hinein. Dazu kamen mehrere Verbremser, die mir letztlich auch noch einen Flatspot eingebracht haben. Die Vibrationen waren so stark, dass ich fast Kopfschmerzen bekommen habe. In diesen Momenten weißt du teilweise nicht mehr, wo du im Rennen überhaupt stehst – du fährst nur noch im Überlebensmodus.
Trotzdem habe ich nicht aufgegeben. Ich habe Runde für Runde gekämpft, wirklich wie ein Löwe. Am Ende wurde es Platz 15 – damit erneut Punkte, obwohl der reine Speed an diesem Tag definitiv nicht da war. In der Karrierekampfwertung bedeutete das Platz 14. Objektiv betrachtet war das fahrerisch kein schönes Rennen, aber genau solche Tage gehören zum Motorsport dazu. Wenn nichts funktioniert, musst du trotzdem abliefern – und das habe ich über den Kampf getan. Deshalb bin ich am Ende auch ehrlich gesagt mega happy.
Das zweite Rennen stand dann unter keinem guten Stern. Nach dem dritten Fahrerbriefing am Vortag war klar, dass es chaotisch werden könnte – und genau so kam es auch. Ich bin von Startplatz 21 bis auf Rang 16 nach vorne gefahren, habe die Punkteränge aber um gerade einmal 0,063 Sekunden verpasst. Eine Zehntel früher im Ziel, und es wäre sogar Platz 14 gewesen. So eng war das Feld.
Zusätzlich wurde es gegen Rennende extrem schwierig: Vier Runden vor Schluss verlor Robert Dahahn Kühlflüssigkeit, die Strecke wurde zunehmend rutschig, und es ging teilweise nur noch darum, das Auto überhaupt auf der Strecke zu halten. Unter diesen Umständen fällt es schwer, sich über Platz 16 zu freuen – vor allem, weil an diesem Wochenende definitiv zweimal Punkte möglich gewesen wären.
Auch im zweiten Lauf hatten wir noch mit dem Setup zu kämpfen, vor allem mit zu starkem Untersteuern. Dennoch nehme ich aus dem Wochenende mit, dass wir auch an schwierigen Tagen konkurrenzfähig bleiben und kämpfen können. Jetzt hoffe ich noch auf mögliche Zeitstrafen im Nachgang – und ansonsten richtet sich der volle Fokus auf das nächste Rennen in zwei Wochen.
Danke an alle, die dabei waren und mich unterstützen. Wir machen weiter – und kommen stärker zurück.